(Blätter für Münzfreunde, Nr. 74)
23) Am 31. Januar 1879 wurde in Osnabrück auf einem Grundstücke
ein kleiner Topf mit einigen Hundert /Silbermünzen/ gefunden.
Anscheinend besteht der Fund der Mehrzahl nach aus niederländischen
Stücken, so Münzen Philipp’s des Kühnen, Grafen von Flandern
(1384-1400). Ferner sind darunter Münzen des Grafen Wilhelm von
Hennegau (1404-1417), dann des Herzogs Johann von Brabant, wozu dann
noch eine Reihe von Bischofsmünzen kömmt. (ebendas. nach der Neuen
Magdeb. Ztg.)
24) Aus Weimar geht uns von Dr. Paul Mitzschke Nachricht über einen
Goldmünzenfund zu, welcher zu Naumburg am Ottmarswege gemacht wurde,
in der Nähe einer andern Fundstätte, die vor einigen Jahren alte
Silbermünzen geliefert hatte. Im Keller eines niedergerissenen
kleinen Hauses wurde ein thönernes Gefäß gefunden, aber zerschlagen
und unbeachtet zur Seite geschafft, in welchem sich Münzen befanden,
von denen 36 Stück von Gold und einige Silbermünzen, nachdem die
Arbeiter den Fund anfangs verheimlicht hatten, zu Tage gekommen. Die
Goldstücke sind größtentheils aus den geistlichen Prägestätten des
westlichen Deutschlands im 14. und der ersten Hälfte des 15. Jahrh.
hervorgegangen. Am zahlreichsten ist Trier vertreten durch 12 Stücke
des Erzbischofs Werner (1388-1418), dann Mainz mit 11 Stücken von
Johann II. (1397-1419) und Konrad III. (1419-1434), Köln durch 7 von
Erzbischof Friedrich III. (1370-1414) und Dietrich II. (1414-63);
Herzog Reinhold von Jülich und Geldern (1402-23) ist durch 2, Pfalzgraf
Ludwig III. (1410-36) durch 1, Kaiser Sigismund durch 1 in Frankfurt
geprägtes Stück vertreten. Die Zeit der Vergrabung des Schatzes mag
in die Hussitenzeit (1419-34) oder vielleicht in die des Bruderkriegs
(1445-51) fallen.
25) In Ulm hat im Laufe des vorigen Monats eine Ausstellung
stattgefunden, welche, von Dr. v. Weißenbach aus Nürnberg veranstaltet,
die Geschichte der vervielfältigenden Künste in neun Sälen des
künftigen Gewerbemuseums in trefflicher Weise zur Darstellung brachte
und allen Mittheilungen zufolge die bekannte Ausstellung des Nürnberger
Gewerbemuseums, auf welcher der Veranstalter den Grund zu seinen
Sammlungen gelegt hatte, weit übertraf.
26) /Würzburg/, 18 Febr. Heute kamen hier viele bedeutende
Antiquare zusammen, um der Versteigerung der berühmten Bibliothek
des verstorbenen Domdechants Dr. Reismann, in Vereinigung mit der
Bibliothek des verlebten Bischofs v. Reismann, anzuwohnen. Es wurden
diese beiden Bibliotheken um hohen Preis an die Antiquare Heß von
Ellwangen und Völker von Frankfurt verkauft. Die Hauptzierden derselben
bildeten die berühmte Londoner Polyglotte von Walton, die vollständige
Sammlung der griechischen Kirchenväter, kostbare Orientalia und ein
Band mit den seltensten Drucken aus den Anfängen der Buchdruckerkunst.
(Korresp. v. u. f. Deutschl., Nr. 98.)
27) Die Société des arts et des sciences zu /Utrecht/ hat
eine Reihe von Preisen zu 300 Gulden für Lösung verschiedener
wissenschaftlicher Fragen ausgeschrieben, darunter aus dem Gebiete
der Geschichte: eine Biographie Ludwigs von Beaufort, mit besonderer
Berücksichtigung seiner historischen Arbeiten, sowie: Untersuchungen
über die evangelischen Prediger und Predigten bei der niederländischen
Gesandtschaft in Frankreich zur Zeit der Republik der vereinigten
Provinzen. Termin zur Einsendung 1. Dec. 1879.
Verantwortliche Redaction: Dr. A. /Essenwein/. Dr. G. K.
/Frommann/.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
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