[491: Schnürriemen.]
[492: /Compost/, ital. composto (Zusammensetzung, Mischung, hier
Teigmasse), Backwerk.]
[493: Er war geb. 1607.]
[494: Dinte (ahd. tinctâ, aus lat. tinctus).]
[495: Er war geb. 1608.]
[496: Seilläufer, Seiltänzer.]
[497: Barbara, Bärbelein, geb. 4. Jan. 1612. Schon im 14. Jahrh.
begegnet in bayrischen Urkunden etc. b im Anlaut für w, wie noch in
neuhochd. Aussprache im Inlaut; es verschwindet allmählich im 17.
u. 18. Jahrh. bis auf einzelne Nachklänge, so noch heute: Wawl für
Barbara, Wastl für Sebastian u. a. m.]
[498: /Fürdrat/, Vordrat, richtiger auch Fürgrat, aus Viergrad
umgebildet, eine Art Zeuges zu Kleidern etc. Schm. I, 745. 844. 985.
Grimm. Wbch. IV, I, 737.]
[499: Schürze, Schurz.]
[500: /geäugelt/, auch /äuglet/, mit kleinen rundlichen Flecken, Tupfen
gezeichnet. Grimm, Wbch. IV, I, 1032.]
[501: Hanselbube, auch Hansel, Hänslein, männliche Puppe.]
[502: Krüglein.]
[503: Maria Salome, geb. 1614.]
[504: Wägenlein, Wägelein.]
[505: Sie war geb. 23. Juli 1616.]
[506: Katharina war geboren 1618.]
[507: blechene Kinderklapper.]
[508: unbedeutende Dinge, Kleinigkeiten, Lappalien.]
[509: wol Diminutiv von Eichel (nürnb. Achl), kleine Eicheln als
Knöpfe.]
[510: Offenbar ist hier fl. ein Schreibfehler für kr. -- Dieses
Verzeichniß bricht mit dem Ende der Seite ab u. ist wol später
fortzusetzen vergessen worden, da der Betrag des Geschenkes für Peter
noch zu gering u. auch die Summa nicht gezogen ist; wenigstens fehlt
die „Lapperei.“]
Dr. Hieronymus Münzer.
Ueber das Leben des durch seine werthvolle Reisebeschreibung[511]
bekannt gewordenen Nürnberger Arztes Hieronymus Münzer hat
Professor Dr. Friedr. Kunstmann in der einleitenden Erklärung zu
dem aus derselben veröffentlichten „Bericht über die Entdeckung
der Guinea“[512] manche zerstreute Notizen gesammelt. Einen nicht
unbedeutenden Beitrag enthält auch die in dem vorstehenden Artikel
genauer bezeichnete Handschrift, in welcher Dr. Hieron. Münzer selbst
folgende Mittheilung über sich und seinen Bruder Ludwig eingetragen
hat, aus welcher zunächst auch die Richtigkeit des von Schedel
überlieferten Todesjahres des Münzer (1508) bestätigt wird, gegenüber
der Angabe Will’s, der in seinem Gelehrten-Lexicon II, 688 das Jahr
1506 verzeichnete.
Bl. 111v. „1507 uff 26 september. Ludwig Müntzer min bruͦder vnd Ich
doctor Jeronimus Müntzer habend von juged auff vnß in vnser armuͦt pey
46 jaren gehalten. Vnser paider richtum was 4 schwertgroschen ist 24
₰[513]. Do gab ich (_ihm_) 3 vnd behilt ich 6 ₰. Nachfolget ward ich
mit hilff frumer lewt magister arcium. Do erobret ich in 4 jaren pey
400 gulden mit meiner arbat (_so_) zu lipzig. Dor von lech (_lieh_) ich
meinem schwager Hans Muntziger fl. 150 vnd meinem bruͦder 150. Do mit
huͦb mein pruͦder an zu handeln. Dor nach ward ich doctor in medicina
zu pafia. vnd kam gen Nurenberg. Do ging es mir glücklich vnd gewan
das erst jar pey 500 fl. In dem kam mein pruder gen lipzig do nam er
ain weib. die starb jm jm ersten jar an ainem kind. Dornach kam er von
aller seiner hab in schneberg. In dem ging es mir wol zu Nurenberg.
Do kam er zu mir gen Nurenberg. Do halff ich jm vnd bürget für jn vmb
messing trat wachs vnd anders vnnd richt (_richtete_) jm seinen handel
hie allen vß 7 jar vnd lisß jm alle gewinnung. Dor nach legt ich min
gelt zu jm. vnd hand gehandelt mit ain ander 24 jar (_Bl 112 r._)
vnd ist zu solchem richtum kumen das er vnsren (_handel_) alain mag
füren. vnd hot mich vsß der geselschafft kofft vnd gibt mir 13793[514]
gulden. Dor vmb lausß ich jm den handel alain alle parschafft: schuld
vnd guͤter die dan vil neher angeschlagen sind (als) si vnß kosten.
Mer lausß ich jm nach den drittentail der gewinnung so mir uff 2 monet
gebürt. Also hoth er nun paid gewinnung vnd hoth mich also herusß
kofft. Das hab ich guͤticlich angenomen do mit ich ruͦ hab. vnd er jn
seiner zwifachen gewinnung pasß gesetiget wird. got gaͤb das es jm wol
gee.“
Darauf folgt, unter einem durchlaufenden Strich, die Bemerkung:
„Item so ich herusß kofft pin so hoth er mir geben 6000 fl. vnd den
übrigen rest, ist 7793, sol er mir geben vor johannis baptiste im 1508
jar.“
Darunter steht weiter von der Hand Hieronymus Holzschuhers, des
Schwiegersohnes und Erben des inzwischen (am 27. Aug. 1508)
verstorbenen Hieronymus Münzer:
„1508. Mer hab ich Jeronimus Holtzschuer Empfangen von meinem Swager
Ludbig Mintzer adj 29. Augusti an der oberen schuld 50 fl. fünferli, 18
fl. schreckenperger, 80 fl. golt 150 fl.“
Ueber diesen seinen Schwiegersohn bemerkt Münzer auf Bl. 87 r. seines
Hausbuches:
„Adj primo Julii jm 1506 Jeronimus Holschuher.
Adj superscripto hab ich mit Jeronimo Holschucher mein rechnung gethon
wy hernach stet:
Zum Ersten hab ich jm mein tochter dorothea geben zu ainem eelichen
gemahel do mit er hochzit hot gehapt uff 4. Julii jm 1499 jar vnd klait
si jm erlich. vnd hilt magnificas nupcias. vnd kostend mich omnes
expense nupicales: in vestibus: comissationibus et omnibus aliis pey
600 sechs hundert gulden.
Mer legt jch jm von stund an in dotem fl. 800 in die geselschafft. vnd
finito anno legt ich jm noch 1200 in subsidium. thut zwaitusig gulden.
Vsß disen 2000 fl. sind worden in 8 jaren de lucro 3000 fl. Also das
gewin vnd hopgut (_Hauptgut, Capital_) ist 5000 fl. Dor von hab ich jm
geben so er jerlich herusß genomen hat uff 7 oder 8 post fl. 1500. dar
von er etlich ewig gelt vnd zins vnd ander sein noturfft erkofft hoth.
Mer hab ich jm geben 20 gulden wärung jerlicher gelt. hab ich erkofft
von seinem bruder lasarus holscher (_so!_) pro fl. 500 do hab ich die
briff dorvber geben. Also hoth er noch pey mir uff dise stvnd dri tusig
gulden jn der geselschafft. des hab ich jm min handschrifft geben. Mer
hab ich jn mit wib vnd kind viij jar jn freyer kost vnd herberg jn
meinem huß gehalten kost mich och pey tusig fl. 1000.
(_Bl. 87 v._) „Nec poenitet me sibi tantum fecisse. quia bonus est: et
fidelis et gubernauit filiam meam in bonis condicionibus et pulcros
filios ex ea genuit quinque quorum tres aduc sunt superstites:
hieronimus. lodouicus et wolffgangus: Deus protelet eis et nobis
omnibus stamina vite: ita ut in amore dei et caritate proximi et sibi
ipsis: deo hominibus viuant.“
Auf Bl. 124 r. steht, ebenfalls von Münzer’s Hand, folgende Mittheilung: