der Presse erwähnt und unter dem Namen der Limburger Madonna zu einer
gewissen Berühmtheit gebracht worden war, die das Werk in der That um
seines idealen Stils willen verdient, kam, nachdem die Versuche, durch
Verkauf aus freier Hand eine namhafte Summe zu erzielen, nicht gelungen
waren, jüngst in Köln zur Auktion, wo sie um 1310 m. für die Kirche St.
Maria auf dem Kapitol erworben wurde, in welcher sie in würdiger Weise
zur Aufstellung kommen soll.
124) /Weiden/, 23. September. Vor ca. drei Wochen stürzte im
hiesigen Kurpfälzer Hof ein /Stallgewölbe/ ein, ohne daß der darin
mit dem Weißen beschäftigte Maurer verletzt wurde. Heute, als man mit
dem Wiederaufbau begonnen hatte, fand man 39 Stück alte Thaler-Kronen,
welche die Jahrzahl 1623 tragen, und von denen einige viereckig sind.
(Fränk. Kurier, Nr. 490 nach Amb. T.)
125) Professor Kinkel in Zürich theilt in dem neuesten Hefte von
Seemann’s „Zeitschrift für bildende Kunst“ mit, daß er im Frühjahr des
laufenden Jahres auf der königlichen Bibliothek zu Bamberg unter den
Handschriften, welche Dr. Leitschuh, der um die Neuordnung derselben
hochverdiente Bibliothekar, zur Bearbeitung auf die Seite gelegt hatte,
ein Exemplar der Handschrift von Dürer’s niederländischem Tagebuch
aufgefunden hat. Dasselbe wurde im Jahre 1620 von dem Nürnberger Maler
Joh. Hauer nach dem jetzt längst verschollenen Originalmanuscript
copiert, war später in der v. Ebner’schen Bibliothek, gelangte nach
deren Versteigerung in den Besitz des Hauptmanns v. Derschau, dessen
Sammlung 1825 durch den Auktionator Schmidmer versteigert wurde,
worauf es in Josef Heller’s Besitz gelangte, der es mit seinen übrigen
kostbaren Sammlungen der Bamberger Bibliothek vermachte. Professor
Kinkel gibt ferner Kenntniß, daß das aufgefundene Manuscript den
von Murr in seinem Journal für Kunstgeschichte, Band 7, und von
Campe in seinen „Reliquien von Dürer“ veranstalteten Ausgaben des
niederländischen Reisetagebuches zu Grunde liegt. Die Kinkel’sche
Entdeckung ist von besonderer Bedeutung für die Dürerforschung, da
der Bamberger Codex ein Unicum ist. Bei der jüngst von Thausing
in den Eitelberger’schen „Quellenschriften für Kunstgeschichte“
veranstalteten Ausgabe des niederländischen Tagebuches hatte derselbe
keinen handschriftlichen Text und konnte nur die beiden von Murr und
Campe gemachten Ausgaben benutzen, die den heutigen Anforderungen
nicht mehr entsprechen; jetzt ist es möglich, nach der einzigen noch
existierenden Handschrift eine neue Ausgabe zu veranstalten, und
Bibliothekar Dr. Leitschuh soll, nach Kinkels Nachrichten, schon um die
dazu erforderliche Genehmigung der Regierung nachgesucht haben.
(Nürnberger Presse, Nr. 280.)
126) /München/, im October 1879. In den Tagen vom 2. bis