Perlenkreise einen Schild mit dem Doppeladler zeigen und nach 1410
geprägt sind. In dieselbe Periode gehört auch:
14) Ein Rostocker Wittenpenning. Av. (Stern oder Kleeblatt?) MONETA
ROSTOKAE; Greif im Perlenkreise. Rev. Durchgehendes, schmales Kreuz
mit einem kleinen Greifen im rechten Oberwinkel; außerhalb des
Perlenkreises die eingetheilte Umschrift: (Stern) AIV -- ITAS -- MAG
-- NOP (Vgl. Evers: „Meklenburgische Münzverfassung“ Theil II, S.
391.)
F. Drei getriebene, runde Perlen, 12 mm. im Durchmesser, welche aus
einer oberen und einer unteren Hälfte zusammengelöthet und oben und
unten mit einem Oehr versehen sind. Die Oberfläche der Perlen ist
durch sechs senkrechte Furchen in sechs Felder eingetheilt, von denen
abwechselnd drei glatt, die andern drei aber mit kleinem perlförmigen
Buckeln verziert sind. An zwei Perlen hängt je ein 17 mm. langer, bis
8 mm. breiter, blattförmiger Hängezierrath, auf dem mit eingegrabenen
Strichen die Aderung eines Blattes angedeutet ist. Von Silberblech,
vergoldet.
Endlich die Hälfte einer ähnlichen Perle von vergoldetem Silberblech,
welche mit drei kleeblattförmigen Ausschnitten verziert und gleichfalls
mit einem Oehr versehen ist.
Da das Alter des Fundes durch die schon beschriebenen Münzen
bestimmt wird -- derselbe kann nicht wohl früher als um das Jahr
1415 niedergelegt sein --, so möchte ich zum Schluß nur darauf
hinweisen, daß unter all diesen Schmucksachen durchaus keine Spur von
Filigranarbeit vorkommt. Danach erscheint es mir vorläufig noch allzu
gewagt, daß man anderseits[54] einen ununterbrochenen Zusammenhang
zwischen der heimatlichen (baltischen) Silberfiligran-Industrie der
Neuzeit und dem orientalischen Silberschmuck des sog. jüngeren
Eisenalters hat annehmen wollen.
/Kiel./ /Heinr. Handelmann./
FUSSNOTEN:
[53: Im II. Theil der illustrierten „Sveriges historia“, S. 57 u.
Fig. 58-60. Insbesondere Fig. 59 zeigt einen dreieckigen, von zwei
aufgerichteten Löwen gehaltenen Schild, worauf ein Pelikan, der sich
die Brust aufreißt, dargestellt ist. Dieser Schild verbirgt den
eigentlichen Verschluß.]
[54: J. Mestorf: Die vaterländischen Alterthümer Schleswig-Holsteins,
S. 22.]
Zwei Inschriften in Prag.
Es dürfte vielleicht von Interesse sein, den Inhalt der beiden, im
Treppenhause des böhm. Landesmuseums befindlichen Steintafeln kennen
zu lernen, der sich auf die Verkündigung der Baseler Compactaten in
der bestandenen Fronleichnamskirche auf dem jetzigen Karlsplatze in
Prag-Neustadt bezieht. Diese Kirche ward in der zweiten Hälfte des