Wir Albrecht von Hohenlach bekennen, verjehen und thun kunt offenlich
mit disem briff vor allermeniclich fur uns, alle unser erben, als die
wolgeboren unser liebes swesterlein Margareth, burggreffin zu Maydburg
etc., genant von Brawneck, fur sich, ir erben, in solicher angeborner
liebe, fruntschafft und wolgetrawen, als si dann vor andern lewten zu
uns hat, und auch allzeit haben mag und sol, uns unsern erben eingeben
hat ir herschafft, lewt und gut nach lawt und sage des versigelten
briffs, mit solicher burgschafft dorynn begriffen, den wir unserm
liben swesterlein dorumb geben haben; in demselben unserm briff ir
von uns gegeben in zweyen zeylen getyligt und abgeschabt und dach mit
einer hant und schrift in solich abschabung wider geschriben ist,
das alles also ungeverlichen an alle arglist geschehen und zugangen
ist und dieselben wort sich also anheben, in der ersten abgeschabten
zeyl: _ir und iren erben, ir herschafft, lewt und gut wider eingeben_,
und die ander abgeschabt zeyl hebt sich also an: _die obgenant unser
liebe swesterlein alle ir erben dartzu alle ir helffer, oder wem sis
bevelhen_. Also bekennen wir fur uns und unser erben, das dieselbe
abschabung geschehen ist mit unserm gutem wissen, und sol auch dem
obgenanten unserm swesterlein, iren erben an demselben irem briff nicht
schaden bringen, und wir ader unser erben noch nyemancz von unsern
wegen uns dowider nicht behelffen mit deheinen sachen, das unserm
swesterlein oder iren erben zu schaden kumen mochte, on geverde. Des
zu einem waren urkunde so haben wir unser[383] eigen insigel mit guter
wissen an disen briff tun hencken, der geben ist von Cristi geburt
vierczehenhundert und in dem zwei und zwentzigstem jare am mitwochen
nechst nach dem suntag Letare.
Urschrift auf Pergament mit grünem Wachssiegel B 15, 2, 65 im gräfl.
Haus-Archiv zu Wernigerode. Das grüne Wachs ist nach innen vertieft in
das gelbe eingelassen, so daß das Siegel concav erscheint. Darstellung:
die beiden rechtsschreitenden hohenloheschen Leoparden übereinander
im unbehelmten Schilde; darum ein Dreipaß, aus dessen drei Winkeln
sog. Eselsrücken in den Kreis der Umschrift hineinragen; letztere in
gothischer Minuskel, nur unvollkommen lesbar: ~s’ alb..., de h -
oenloch~ ⁑)
/Wernigerode./ /Jacobs./
FUSSNOTE:
[383: Die Worte von /so/ bis /unser/ stehen auf einer Rasur.]
Zu einem vermeintlichen Lutherspruche[384].
15 Æ 96.
Her gott durch deine güte
Bescher Schwartze mentel vnd grüen Hütte,
ein Schon weib, vil Rinder
wentzig (_wenig_) Kinder
einen guten mut
vffen winter Einen Zobeln Hudt.
Wolff von Stehau (_Stechau_)
D. b.
Aus dem Stammbuche des Hans Ludwig von Sperwerseck zu Steinreinach und
Schneit, „consiliarius provincialis, praeses in Burglengenfeld, pro
tempore orator et legatus Principis Palatini“. (Bibliothek des german.
Museums Nr. 16280. 4. Bl. 60.)
/Dr. Frommann./
FUSSNOTE:
[384: S. Anzeiger f. K. d. d. V. 1878, Nr. 1, Sp. 16.]
(Mit einer Beilage.)
Verantwortliche Redaction: Dr. /A. Essenwein/. Dr. /G. K.
Frommann/.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.
Gedruckt bei /U. E. Sebald/ in Nürnberg.
BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.