Wissenschaftliche Mittheilungen.
Benedictus de Pileo.
In der Festschrift zur Philologenversammlung in Heidelberg (1865) habe
ich nach der Wiener Handschrift 3529 von dem italienischen Humanisten
Benedictus de Pileo Nachricht gegeben,[286] welcher den Cardinal von S.
Angelo[287] zum Kostnitzer Concil begleitete, in die Gefangenschaft des
Grafen von Neuchatel gerieth und am 25. Nov. 1415 daraus befreit wurde.
In der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins XXIII, 38 habe ich
nachgetragen, daß er später als Sekretär Martins V. erscheint.
Herr Prof. Dümmler hatte mich darauf aufmerksam gemacht, daß die
Pariser Hs. lat. 8618 nach dem gedruckten Katalog einen Brief von ihm
enthält, und jetzt habe ich durch die Freundlichkeit des Dr. Joh.
Heller eine Abschrift desselben erhalten. Die Hs. enthält die Briefe
des Seneca, auf welche f. 181 v. dieser Brief folgt; auf f. 183 steht:
Iste liber est magistri Berengarii mercatoris. Der Brief ist nach der
Ueberschrift gerichtet an Pierius; aber dieser Name ist offenbar nur
der Stelle des Briefes entnommen, die von Pierii ingenii viris spricht,
d. h. von Poëten oder Humanisten; der Adressat heißt Bartholomeus, und
wenn auch unter Benedicts Freunde Barthol. von Montepulciano gehörte,
so zeigen doch die Anrede /frater/ und einige weitere Stellen, daß
wir vielmehr an seinen Bruder Bartholomeus zu denken haben, welchem er
auch seinen Libellus penarum übersandt hatte. Der Inhalt bezieht sich
auf die Ecloge, welche ich ebenfalls in der oben angeführten Schrift S.
124-127 aus einer Melker Hs. mitgetheilt habe. Benedict hatte sie am